Seelenschmerz

Es gibt viele Arten von Schmerzen. Körperlicher und seelischer sind wohl die Ersten, die einem einfallen. Ich spüre nun zum ersten Mal richtige Schmerzen der seelichen Art, in Zusammenhang mit Freundschaft und Liebe. Jemand, der soetwas noch nie hatte mag es belächeln oder nicht verstehen. Der Großteil jedoch weiß, was es bedeutet. Der Schmerz ist riesig. Er brennt dir ein Loch in dein Herz, das niemand mehr füllen kann. Nichts funktioniert mehr, nichts dass noch vor Stunden, Minuten oder Sekunden schön war gibt dir ein Gefühl von Freude oder Zufriedenheit. Alles scheint grau und du scheinst machtlos. Alles hat seinen Wert verloren. Nichts ist im Stande dich glücklich zu machen, wegen dieser einen Person. Nichts sehen, nichts hören, nichts fühlen trifft es wohl am Besten, denn all das scheine ich verlernt zu haben. Ich bin tief traurig und so verzweifelt, dass ich dabei bin mich selbst aufzugeben. Mir fehlt der Mut, Perspektiven, Dankbarkeit und vorallem fühle ich mich versetzt, nicht gut genug; missbraucht. Ich habe nicht alles gesagt, was mir wichtig war, mich teilweise falsch verhalten und zweifle nun nicht nur an dem Anderen, sondern auch an mir. Doch selbst zum Nachdenken scheint mir die Kraft zu fehlen und wenn ich es versuche, erwische ich mich dabei, wie ich stundenlang ins Leere starre oder in Tränen ausbreche, egal ob es dafür einen konkreten Anhaltspunkt bzw. Gedanken gab oder nicht. Der Grund ist diese Person. Natürlich könnte ich etwas tun. Alltägliche Dinge, wie spazieren gehen oder aufräumen, aber warum sollte ich? Ohne dich macht ja sowieso nichts Sinn. Ich könnte Freunde besuchen oder neue Kontakte knüpfen, aber warum sollte ich, es ist ja niemand wie du. Theoretisch könnte ich aufhören zu leben, aber selbst dass ist mir zu anstrengend und eigentlich habe ich es schon längst getan. Am Anfang war die Trauer, dann Wut, dann wieder Trauer und schließlich tiefe Verzweiflung aus der es keinen Weg hinaus zu geben scheint. Ich blicke auf mein Leben bevor es dich gab und sehe es, als wäre ich nicht ich, sondern jemand fremdes, jemand der glücklich ist gewesen. Es hat lange gedauert, bevor ich das hier schreiben konnte, weil selbst das Reflektieren so weh tut. Ich zwinge mich in der Gegenwart zu leben, auch wenn ich oft in die Vergangenheit schweife, aber ich hasse die Gegenwart, denn sie ist ohne dich und von der Zukunft will ich garnicht erst anfangen. Das Leben kommt mir so schrecklich ungerecht vor und ich frage mich, ob du den Schmerz besser verkraftest oder überhaupt spürst. Du hast mir so weh getan. Jede Minute ohne dich scheint unüberstehbar. Was habe ich nur gemacht, dass dir das Recht gibt, mich so schlecht zubehandeln? Ich hasse dich dafür, weil ich dich so sehr liebe. Es macht mich wütend, dass für dich das Leben ohne mich so leicht scheint. Ich belüge mich selber, sage mir, dass du dich melden wirst, doch ich weiß du wirst es nicht tun! Und dieser Gedanke ist so unerträglich, dass ich mich am liebsten sofort wieder verkriechen würde. Wie konntest du nur?! Ist es dir so egal, dass meine Welt aufgehört hat sich zu drehen und ich verlernt habe zu leben und zu lieben?! Die Verzweiflung sitzt so tief. Ich stehe vor meinem ganzen Leben und weiß nicht einen Tag zu überstehen. Es ist so schwer in Worte zu fassen, was mit mir passiert. Die Situation und Einsamkeit zerreißt mich. Sie macht mich krank und wenn ich mit 1000 Menschen in einem Raum wäre, würde ich mich trotzdem allein fühlen. Niemand kann dich ersetzen, obwohl du so ein Idiot bist. Nichts scheint deine Leere aufwiegen zu könenn, denn nichts ist so besonders und kostbar für mich, wie du. Ich schaffe es nicht einmal nachzudenken. Doch nehmen wir einmal an ich würde es tun. Ich zwinge mich für alle, die genauso leiden und vorallem für mich selbst mich auf die Suche nach diesem Weg zu machen. Der Einzige, der mich aus der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit holen kann. Und das ist der Grund, warum es diesen Text gibt. Um uns zu helfen, wir die verlassen haben oder verlassen wurden und nicht mehr weiter wissen. Nehmen wir also an, ich könnte wieder klarer denken. Was würde ich mir raten?  Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, denn nichts macht Sinn, was ich tue. Kein Weinen, kein Schreien, Schweigen oder wütend sein. Nur dieser Text macht Sinn, zumindest hoffe ich das. Ich schmeiße gerade mein ganzes Leben über Bord und du bist es nicht einmal wert. Du interessierst dich einen Dreck für meine Gefühle. Warum sollte ich also alles für dich aufgeben? Die Antwort ist ganz einfach; ich sollte es nicht tun. Ein Satz, in einer Sekunde ausgesprochen, aber so schwer umzusetzen. Doch vergiss nicht, du bist nicht allein und es macht immer Sinn zu kämpfen. Gib dich nicht auf, denn du bist viel zu wertvoll. Niemand hat das Recht dich so zu behandeln und doch ist es passiert. Vielleicht würdest du es gern rückgängig machen. Ich bin gerade schon einen Schritt weiter. Ich möchte die Situation nutzen. Wenn ich so leiden muss, soll es wenigstens etwas bringen. Das Leben steckt voller Überraschungen und du brauchst viele Erfahrungen, um es zu meistern. Manchmal musst du vielleicht auch Opfer bringen, so wie jetzt. Ungerecht große Opfer im Vergleich zu Anderen, aber es nützt ja nichts. Jedes Leben ist anders und jeder Mensch hat andere Aufgaben. Vielleicht hast du deine ja gerade gefunden. Es ist an der Zeit die Zähne zusammen zubeißen, möglicherweise mehr als je zuvor. Ich gebe dir mit diesem Text mein Versprechen, dass es sich lohnen wird. Neuanfänge sind nie einfach, aber nötig um wieder glücklich zu werden. Ich weiß, wie weh es tut loszulassen. Es zerreißt dir deine Seele, aber du hast keine Wahl. Tu es jetzt, warte nicht zu lange. Es ist nie zu spät um etwas zu ändern. Löse dich. Du bist eine eigenständige Person. Niemand hat das Recht dich zu verletzen, wenn du es nicht zulässt. Du hast ihm das Recht gegeben dich auf die Knie zu zwingen. Jetzt steh auf und nimm es ihm, denn allein die Tatsache, dass du das erkennst macht dich stärker als ihn. Vielleicht kann niemand seinen Platz einnehmen, ganz sicher sogar, doch dein Herz  ist groß. Öffne einen Neuen oder lass den Alten erst zuwachsen, denn das wird er mit der Zeit. Steh jetzt auf, mach etwas, egal wie sinnvoll oder sinnlos es ist.  Tu irgendwas, denk nicht nach, finde zurück zu dir und deinem Leben. Das kann dauern und dass wird es vermutlich auch, doch jeder kleine Schritt entfernt dich von diesem Moment der Wut, Trauer, Angst und Verzweiflung. Du konntest schonmal glücklich sein. So etwas verlernt man nicht, man vergisst nur kurz wie das ging. Wir sind so stark. Alles ist möglich. Unser Schmerz ist beeinflussbar. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Körperlichen oder nicht?! Je länger du das Loch in deinem Herzen betrachtest, umso tiefer wird es. Also sieh nicht mehr hin. Das hast du lange genug getan. Es hat dir nichts gebracht. Zeit für einen neuen Weg also! Er ist es nicht wert, du schon! Vieles was du von nun an tust, wird dir sinnlos erscheinen, aber alles wird seinen Sinn wiederbekommen und dir deine Lebensfreude Stück für Stück zurückbringen. Vergiss nicht die Relation. Im Vergleich zu anderen Problemen sind deine Probleme vielleicht ganz klein. Was würde passieren, wenn jeder Mensch gleich aufgeben würde? Die Welt braucht Kämpfer wie dich und mich. Nutz die Chance zu wachsen. Natürlich tut das weh, aber das hört auf. Auch du kannst Menschen beeinflussen. Also tu es, versinke nicht in Selbstmitleid. Das tun Andere mit wirklich riesigen Problemen auch nicht!  Verlier nicht den Mut. Irgendwann wird alles wieder gut, je mehr du dich zusammenreißt, umso schneller. Ich glaube an dich. Jetzt musst du es auch tun. Alles ist möglich, wenn du es nur wirklich willst. Also fang an zu wollen, handle danach und das Leben wird wieder anfangen. Denn nur du kannst etwas ändern und mit Gedanken kann man ja bekanntlich Berge versetzen. Hol dir zurück, was dir zusteht. Kein ich kann das nicht. Du kannst!